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Wie wirklich ist die Wirklichkeit…

„Behalt doch Deinen blöden Hammer!“ Jeder, der Watzlawik gelesen hat, wird bei diesem Satz schmunzeln. Die Wirklichkeit wird durch die Summe unserer Gedanken geformt und zu unserer ganz eigenen Realität. Jeder von uns bestimmt selber, was er wie erleben will.

Wenn es denn so einfach wäre…

Kinder haben die geniale Eigenschaft Menschen meist so wahrzunehmen, wie sie wirklich sind. Sie erkennen intuitiv, ob jemand gut oder böse ist. Sie sind geborene Gesichtleser. Na ja, eigentlich… Leider wird uns diese „in die Wiege gelegte“ Gabe bei der Erziehung abtrainiert. Wir sollen „freundlich schauen“ oder sogar „lächeln“ – auch wenn uns gar nicht danach ist, was unweigerlich dazu führt, dass wir nicht mehr unterscheiden können, ob jemand seine Gefühle richtig ausdrückt oder lächelt „weil es so sein soll“. Wir verlernen die richtige Emotion einer Person wahrzunehmen und zu interpretieren.

Den Rest gibt uns Fernsehen, Social Media & Co. Nur allzu oft hör ich in meinen Coachings Sätze, die offensichtlich aus einer schlechten Soap gegriffen wurden, sowie Interpretationen über das Leben, wie es offensichtlich von einem Influencer auf Instagram gelebt wird. Wir sind umgeben von Scheinwelten. Wir können kaum mehr Fake von Wahrheit unterscheiden. Könnte ja so sein! Oder nicht?

Wir hören, was wir hören wollen. Wir sehen, was wir sehen wollen.

Die selektive Wahrnehmung hat uns evolutionär sicher dahin gebracht, wo wir jetzt sind. Wir hatten Hunger? Wir fokussierten unseren Blick auf „Essen“! Wir wollten unsere Familie von A nach B bringen? Wir fokussierten auf eventuelle Gefahren! In beiden Fällen wäre es kontraproduktiv gewesen auf die schönen Bäume, die tollen Blumen und die tolle Sonnenuntergangsstimmung zu achten. Wir hätten nicht überlebt!

Leider fokussieren wir jedoch nur noch auf unsere Empfindungen und Gefühle und nicht mehr auf Tatsachen. Wenn unser Fokus auf „negativ“ steht, werden wir auch nur negative Schlagzeilen und Aussagen wahrnehmen oder diese so empfinden, auch wenn die eine oder andere Aussage vielleicht gar nicht so gemeint war oder zutrifft. Wir interpretieren nach unserer Gefühlslage. Der „Blick von Aussen“ könnte so viel bewirken und wäre so unendlich viel wert und hilfreich. Doch leider glauben wir, dass nur unsere Wirklichkeit wirklich ist.

Silvia Nussbaumer

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